Es war ein Experiment. 2016 kaufte ich meinen Opel Bedford Blitz mit Alkoven-Aufbau der Firma Fischer für eine Artikelserie in einer Reisemobil-Zeitschrift. Ich sollte herausfinden, was passiert, wenn man ein billiges Wohnmobil kauft (Antwort: Es kostet Geld). Natürlich musste es für meinen Geschmack das älteste verfügbare und besterhaltene sein. Vom schlechten Ruf des Bedford Blitz hatte ich damals gehört; heute weiß ich, dass er nicht gerechtfertigt ist: Ja, die Dinger rosteten, aber die Opel-Händler kamen wohl auch einfach nicht mit der englischen Technik klar. Mein Bedford durfte bei einem älteren Ehepaar über 30 Jahre lang nur im Sommer raus. Wohl kaum einer ist besser und originaler erhalten. So ließ ich die Technik durchreparieren, jodelte ein paar mal mit 90 km/h Dauertempo durch die Lande und genoss das Retro-Camping im unverbastelten Innenraum aus Echtholz-Furnier und Polstern in Hornhaut-Umbra. Dann blieb er stehen. Jahrelang. Opel-Classic-Chef Leif Rohwedder kannte mein Auto – und meinte, dass ein Bedford Blitz noch in der Sammlung fehle. Ob ich ihn nicht in Rüsselsheim parken wolle? Die Idee fand ich gut. Auch deshalb, weil Leif und seine Jungs sich gut um ihn kümmern werden. Mach’s gut, Bedford!