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Techno Classica Menge und Autos

Nach über drei Jahrzehnten in Essen ist die Techno-Classica umgezogen

Neuer Ort – neues Format

Ende September feierte der neue „Techno Classica Salon“ seine Premiere in Dortmund – kompakter, aufgeräumter und ein bisschen mehr Salon als Massenveranstaltung. 

Der Neustart war damit auch ein Versuch, eine inzwischen etwas aus der Zeit gefallene Messeform neu zu sortieren, denn die Zeiten, in denen schiere Fläche und die Anzahl der Hallen automatisch Eindruck machte, sind vorbei, wenn vielleicht auch nur vorerst. Der Klassikermarkt ist selektiver geworden, Käufer schauen genauer hin, und auch bei Veranstaltungen zählt inzwischen eher die Qualität des Angebots als die Zahl der belegten Quadratmeter.

In Dortmund verteilten sich laut Veranstalter mehr als 2700 Sammlerobjekte auf rund 50.000 Quadratmeter und sechs Hallen. Händler, Restauratoren, Teile- und Accessoire-Anbieter sowie mehr als 100 Markenclubs sorgten für eine Mischung aus Handel, Technik und Szeneleben. Das Angebot reichte vom hochpreisigen Sammlerstück bis zum Youngtimer – wobei Letztere längst nicht mehr automatisch für niedrige Einstiegspreise stehen.

Bemerkenswert ist vor allem die Verkaufsbilanz. Rund 150 Fahrzeuge sollen während der vier Messetage den Besitzer gewechselt haben. Nach Angaben der Veranstalter funktionierte besonders das obere Preissegment gut, während Käufer im mittleren Bereich deutlich genauer auf Zustand, Historie und Preis achteten. Das klingt weniger nach Kaufrausch als nach einem Markt, der wieder genauer rechnen gelernt hat. Für etwas Bewegung sorgte der sogenannte Car Walk, bei dem ausgewählte Fahrzeuge nicht nur dekorativ herumstanden, sondern auch in Bewegung auf einer Bühne vorgestellt wurden.

Dazu kamen Diskussionsrunden, Clubpräsentationen und die traditionellen Auszeichnungen. „Best of Show“ wurde ein weißer Ferrari 250 GT Lusso der Galerie Aaldering. Beim neuen Publikumspreis für Future Classics, vergeben in Kooperation mit OLDTIMER MARKT, gewann ein Boldmen CR4 aus BMW-Basis – was zumindest zeigt, dass der Begriff „Klassiker“ inzwischen erstaunlich elastisch geworden ist.

Ob Dortmund dem Techno Classica Salon langfristig eine neue Heimat geben kann, lässt sich nach vier Tagen naturgemäß noch nicht sagen. Die Premiere spricht aber dafür, dass der Standortwechsel weniger schmerzhaft ausgefallen ist, als mancher Traditionalist vermutet haben dürfte. Das kompaktere Konzept wirkt jedenfalls zeitgemäßer als der frühere Drang, immer noch eine Halle mehr zu füllen.

Die nächste Ausgabe findet vom 23. bis 26. September 2027 statt, auch die 2028er Ausgabe ist fest eingeplant. Dann wird sich zeigen, ob Dortmund nur einen gelungenen Auftakt erlebt hat – oder tatsächlich der Beginn eines zweiten Kapitels war.

OLDTIMER MARKT 10/2026
OLDTIMER MARKT 10/2026