Wer hätte vor 70 Jahren gedacht, dass das DIN-Kennzeichen mal zum Kultobjekt für Sammler und Nostalgiker werden würde? Gültig ist das DIN-Nummernschild bis heute, weshalb manche, die noch eins haben, sogar auf die H-Nummer verzichten – ausgegeben wird es seit 2000 nicht mehr. Am 1. Juli 1956 kamen die ersten Nummernschilder mit dem Schriftsatz DIN 1451 in Umlauf. Notwendig geworden war die Einführung des neuen Systems, weil die Zahlenkombinationen der schwarzen Besatzungskennzeichen nicht mehr ausreichten. Bereits 1950 erwog das Bundesverkehrsministerium ein neues System aus abgekürzten Zulassungsbezirken, ein oder zwei Buchstaben und bis zu vier Zahlen. Das wiederum gefiel den Alliierten nicht, zudem wurden sich die Bundesländer nicht über die Ausführung einig. Erst eine Konferenz in Bonn ergab im Oktober 1955 eine Mehrheit für das DIN-Kennzeichen und den bürokratischen Kraftakt, alle westdeutschen Fahrzeuge bis 1958 mit neuen Nummernschildern auszustatten. An die Möglichkeit der Wiedervereinigung dachten die Behörden auch schon: So lagen die Kürzel für alle Stadt- und Landkreise der DDR bereits vor 70 Jahren in der Schublade. Und selbst für das polnische Stettin waren ganz vertraulich die Buchstaben ST reserviert, was dann doch an die Öffentlichkeit kam: Der norddeutsche Landkreis Stade wehrte sich 1956 nämlich gegen das geplante Kürzel SD, das damals noch viele Betrachter an den berüchtigten „Sicherheitsdienst“ der Nazis erinnerte. Fun Fact: Ganz frühe DIN-Kennzeichen aus den Fünfzigern sind am hochgesetzten Bindestrich zu erkennen. Er rückte erst 1960 mit Einführung der TÜV-Plaketten in die Mitte. cst