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Nachruf Pehr G. Gyllenhammar

Charismatischer Schwede

Vergangene Woche starb der ehemalige Volvo-Chef Pehr G. Gyllenhammar im Alter von 89 Jahren. Er leitete von 1971 bis 1993 die Geschicke des schwedischen Autobauers. Jahrzehnte, in denen entscheidende Modelle wie der 240 oder 262 entstanden. Seine Karriere endete 1993 abrupt mit der von ihm angestrebten, aber im letzten Moment vom Volvo-Aufsichtsrat gestoppten Fusion mit Renault.

Mit Pehr G. Gyllenhammar verliert Schweden einen seiner ungewöhnlichsten und prägendsten Wirtschaftsbosse des vorigen Jahrhunderts. Nach einem schnellen Aufstieg beim Versicherungskonzern Skandia wechselte der 1935 geborene Gyllenhammar 1971 als CEO in die Chefetage des Göteborger Autobauers und übernahm 1983 den Vorsitz des Aufsichtsrates. Während seiner Ägide entstanden inzwischen begehrte Klassiker wie die Modelle 240 oder 262. Gyllenhammar, aus einer industriellen Familie stammend und zeitweise als Spitzenkandidat der Schwedischen Volkspartei schon als künftiger Ministerpräsident gehandelt, verstand es, sich medienwirksam und volksnah zu inszenieren. Schwedischen Journalisten zufolge wählten ihn die Schweden mehrfach zur beliebtesten Person des Landes. So verzichtete er unter anderem oft auf Personenschutz und gepanzerte diskrete Dienstlimousinen, sondern saß lieber selbst am Steuer speziell für ihn konfigurierter Volvos. Highlights waren ein 244 Turbo, ein 262 Coupé und 780er. Alle feuerrot lackiert und mit knallrotem Leder ausgestattet – und selbstverständlich mit der gerade aktuellen Top-Motorisierung versehen.

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Pehr Gyllenhammars Karriere bei Volvo endete abrupt im Dezember 1993, als die gemeinsam mit Volvo-CEO Sören Gyll eingefädelte Fusion mit Renault unvermittelt am Widerstand des Volvo-Vorstandes scheiterte. Die Schweden hatten sich vom Zusammenschluss mit dem mehr als doppelt so großen französischen Staatskonzern frisches Kapital für dringend notwendige Investitionen erhofft und notgedrungen eine Zweidrittelmehrheit der Franzosen im neuen Konsortium sowie Paris als künftige Design-Zentrale akzeptiert. Nun aber sprudelten die Volvo-Verkäufe im wichtigen Abnehmerland USA unerwartet deutlich besser als gedacht, und Volvo hoffte, alleine aus der Krise zu kommen.

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Pehr Gyllenhammer musste daraufhin sein Amt als Vorstandsvorsitzender niederlegen. Er zog wenig später noch London, wo er sich wieder dem Versicherungsbusiness widmete. Am 21. November starb er im Alter von 89 Jahren in seiner kanadischen Wahlheimat Toronto. Volvo verkaufte übrigens seine Autosparte 17 Jahre später an den chinesischen Stahlkonzern Geely.

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