Die Industrie-Pleitewelle erfasst immer wieder auch Traditionsunternehmen. Nun hat der Batteriehersteller Varta aus Ellwangen Insolvenz beantragt. Wesentliche Ursachen für die existentielle Krise des 1887 als Accumulatoren-Fabrik Tudor’schen Systems Büsche & Müller oHG gegründeten Unternehmens waren verschlechterte Marktbedingungen, sinkende Nachfrage sowie die Entscheidung des Großkunden Apple, die Zusammenarbeit zu beenden. Nach Unternehmensangaben sind neben der Ellwanger Varta AG als Konzernmutter auch die operativen Einheiten Varta Microbattery GmbH, Varta Micro Production GmbH und Varta Storage GmbH von der Insolvenz betroffen. Bereits in den vergangenen zwei Jahrzehnten hat Varta eine kaum mehr überschaubare Anzahl an Anteilseignern und Restrukturierungen erlebt. Zuletzt hielt der österreichische Investor Michael Tojner einen großen Anteil am Firmengeflecht, das nun wohl vom Insolvenzverwalter aufgeteilt wird. Die in Hannover ansässige Autobatteriesparte ist übrigens nicht betroffen. Sie ist schon lange nicht mehr Teil der Ellwanger Varta AG. Insgesamt stehen 3260 Arbeitsplätze auf dem Spiel.