Es war im September 1928, als Hans-Joachim Suchsland mit seinem Studienfreund Erich in einen klapprigen Hanomag Kommissbrot stieg und von Halle (Saale) aus Richtung Tschechoslowakei tuckerte. „Viel Erfahrung im Autofahren hatten wir beide nicht, und gewarnt hat uns auch niemand, Gott sei Dank“, schreibt er. Sein Text geht ohne Längen vergnüglich vorwärts, was vielleicht daran liegt, dass Suchsland in seinem studentischen Alter das Schreiben nicht ernster nahm als das Leben. Irritierend sind allerdings Erläuterungen, die in Klammern direkt im Text stehen – und das Fehlen jeglicher Hintergrund-Infos. Fotos gab es wohl keine, illustriert ist das Buch mit allgemeinen Kommissbrot-Bildern, deren humorlose Beschreibungen nicht zu Suchslands Erzählung passen. Historische Ansichten der erwähnten Städte und Regionen zu recherchieren wäre zielführender gewesen.
Dem Lesevergnügen tut das aber keinen Abbruch. Jan-Erik Nord hatte sich in den Kopf gesetzt, mit einem Trabant durch die USA zu fahren, von Ost nach West. Während der Vorbereitungen lernt er Frank Hofmann, Chef von Trabantwelt.de, und seine Tochter Käthe kennen. Die Vierjährige leidet an der Schmetterlingskrankheit (lat. Epidermolysis bullosa), einer genetisch bedingten, schmerzhaften Hauterkrankung. Da entscheidet Jan-Erik, selbst Vater von zwei Kindern, unterwegs Geld zu sammeln, um die Forschung an Krankheit und Behandlung zu unterstützen. Bis der Trabant verschifft werden kann, ist ein gutes Drittel des Buches vorbei.
Denn: So einfach ist das nicht, liest sich aber ganz hervorragend. Vergnügt schreibt der Autor so, wie er wohl erzählen würde. Dabei bezieht er den Leser duzend als Protagonist in die Geschichte mit ein, nimmt ihn mit auf die Reise – ein ungewöhnlicher Kniff, der textlich aber gut funktioniert. Was für eine tolle Geschichte!