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40 Jahre Formel 1 in Ungarn

Bernies Bravourstück

40 Jahre Formel 1 in Ungarn

Endlich – 80 Jahre nach dem ersten Sieg eines Ungarn bei einem Grand-Prix-Rennen feierten die Magyaren ihre Formel-1-Premiere in Piroschkas Heimat. 1906 hatte Ferenc Szisz auf Renault den allersten Grand Prix der Geschichte in Frankreich gewonnen. Acht Jahrzehnte später lag Ungarn hinterm Eisernen Vorhang, und Fragen taten sich auf. Heinz Prüller formulierte sie in der auto motor und sport so: „Der höchstkommerzialisierte Sport der Welt zum ersten Mal im Ostblock. Die teuerste Sportlertruppe der Gegenwart im Kommunisten-Land: Wie würden die kapitalistischen Ideen des Bernie Ecclestone mit den Lehren von Marx und Engels harmonieren oder kollidieren?“ Okay, es fand bereits 1936 einmalig ein Großer Preis in einem Budapester Park ohne Meisterschaftsstatus statt, aber da gab es noch keine Formel 1 und keine RGW-Staaten.

Doch die Macht war wieder einmal mit Ecclestone – die Macht des Geldes. Und die Ungarn legten sich ins Zeug, schließlich hatten sie schon Orga-Erfahrung mit Livekonzerten westlicher Rockgrößen von Queen bis Tina Turner. Im Februar 1986 herrschte auf der Baustelle für den angeblich von Bernie persönlich entworfenen Hungaroring vor den Toren der Hauptstadt noch Stille. Zum Rennen im August war entgegen allfälliger planwirtschaftlicher Wartezeiten alles fertig, am 8. August begann das Training – und sorgte auf der neuen und noch dreckigen Strecke erstmal für reichlich Dreher. Piloten wie Ayrton Senna, Keke Rosberg und Nigel Mansell kritisierten den Kurs als zu langsam, Überholmöglichkeiten waren Mangelware. Gerhard Berger war der einer der Wenigen, die der Piste in der Puszta Positives abgewinnen konnten.

Die Pole holte sich schließlich Senna auf Lotus-Renault, Mansells Williams-Teamkollege Nelson Piquet stand in der Startaufstellung neben ihm, dahinter Alain Prosts McLaren und Mansell – die WM-Spitzenreiter blieben unter sich. 200.000 Zuschauer fanden sich am Rennsonntag, den 10. August, ein. Viele davon aus Deutschland, sowohl West als auch – trotz einiger erforderlicher Klimmzüge – Ost. 180 Millionen TV-Zuschauer weltweit sahen zu, selbst das sowjetrussische Fernsehen übertrug erstmals ein Formel-1-Rennen live. Die Fans sahen nach Prosts Ausfall ein brasilianisches Duell, mal führte Senna, mal Piquet, mit dem besserem Ende für Piquet im Williams-Honda, nachdem er beim letzten Überholvorgang im Staub neben der Ideallinie beinahe einen Csárdás-Tanz hingelegt hatte. Schließlich musste das Rennen nach der Zwei-Stunden Regel eine Runde zu früh beendet werden. Und der Eiserne Vorhang begann zu reißen…

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