Die große Neuerung des Jahres 1986 kommt von einem Baumaschinenhersteller, der Caterpillar Tractor Company aus dem fernen Kalifornien. In deren Namen stecken ihre landwirtschaftlichen Wurzeln, die die Gesellschaft bei aller Konzentration auf Planierraupen und anderes, gelb lackiertes Gerät nie ganz vergaß. Schon ab 1966 waren die leichteren Raupen-Baureihen als Special Application zu haben, zu Deutsch etwa „Sonder-Anwendung“ für Land- und Forstwirtschaft. Es blieb bei einer kleinen Auflage, denn die Raupe bietet zwar überlegene Traktion bei geringerem Bodendruck, hat aber zwei gravierende Nachteile gegenüber Radfahrzeugen: Fortbewegung in Schritttempo und Schäden an harten Oberflächen wie Asphalt oder Betonpflaster.
Im Prinzip hakt es also an der klassischen Stahl-Gliederkette. Genau an diesem Punkt setzten die Caterpillar-Ingenieure an und entwickelten eine spezielle Aufhängung, bestehend aus federnden Laufrollen und einem Endlos-Laufband aus Gummi. Letzteres ist eine hauseigene Entwicklung und hat den Vorteil, dass sie aus Resten der normalen Reifenproduktion gefertigt werden kann. Zur Erprobung wurden zunächst Planierraupen der Typen D3 und D4 umgerüstet. Anfangs nutzte man bereifte Stahlfelgen als Antriebsräder, stellte dann aber um auf Ganzstahlräder, die langlebiger und widerstandsfähiger sind. Die vorderen Führungsräder bleiben allerdings gummibereift. 1983 fiel die Entscheidung, den Gummiketten-Traktor in Serie zu nehmen. Die Prototypen durchliefen drei Jahre der Erprobung, denn Caterpillar will sicher sein, dass das neue System unter allen Bedingungen funktioniert.
1986 kehrt Caterpillar mit dem Challenger 65 zurück unter die Traktorenhersteller. Der Name der Baureihe erhält zwar durch die spektakuläre Explosion der gleichnamigen Raumfähre einen seltsamen Beiklang, gleichwohl ist er durchaus programmatisch: Caterpillar fordert die etablierten Hersteller heraus. Der Challenger 65 bringt stattliche 270 PS und attackiert damit direkt die großen Knicklenker. Seine Vorteile zeigen sich auf der Stelle: fast 30 km/h auf der Straße, dieselbe Zugkraft wie die beräderten Konkurrenten – aber ohne deren ausufernde Maße. Der Challenger ist leichter, deutlich kompakter und vor allem wesentlich wendiger.