Gäbe es einen Wettbewerb „Traktor des Jahres“, der Ferguson TE-20 wäre 1946 der Sieger. Am 18. September demonstriert Harry Ferguson auf einem Acker nahe seiner frisch eingeweihten Traktorenfabrik in Coventry, England, sein neues Baumuster: kompakt, kraftvoll, wendig. Natürlich soll der Schlepper serienmäßig mit Fergusons genialer Dreipunkt-Hydraulik bestückt werden. Das könnte der Traktor der Zukunft sein! Zugegeben, er kommt nicht aus dem Nichts, seit zehn Jahren schon arbeitet Ferguson an seiner Idee, die als Ford 2N zwar schon auf beachtliche Stückzahlen kam. Doch die Zusammenarbeit hält nicht ewig, Ferguson muss sich nach einem neuen Partner umsehen. Den findet der eigensinnige Ire im Autohersteller Standard Motor Company. Endlich kann er seinen Ideal-Traktor verwirklichen. Standard stellt das Werk und hat den Vierzylinder-Benzinmotor entwickelt, Achse und Getriebe wurden von Fergusons Leuten neu aufgesetzt. Die Serienfertigung beginnt einige Wochen nach der offiziellen Präsentation, findet aber erst gegen Ende des Jahres allmählich ihren Tritt. Was damals freilich noch niemand ahnen kann: Der Ferguson TE erreicht in all seinen Bauformen eine Stückzahl von unglaublichen 517.000 Exemplaren – und hält damit bis heute den Rekord für das meistgebaute Traktormodell der Welt.