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Report: Kraftwerke des Ruhrgebiets

Ruhrpott-Tuner

erschienen in Ausgabe 1/2021, Seite 38

Über fünf Millionen Einwohner, der Nürburgring weit weg, die größte, nahtlose Ansammlung von Großstädten bundesweit. Stop-and-Go statt freie Landstraßen ohne Polizeipräsenz. Der Moloch Ruhrgebiet ist auf dem ersten, zweiten und dritten Blick kein Paradies für ambitionierte Sportfahrer. Dennoch war die Tuner-Dichte zwischen Duisburg und Dortmund einst eine der höchsten Deutschlands. Denn im Pott wurde nicht nur Kohle gefördert, sondern auch richtig Asche gemacht. Ein Bergmann verdiente in den siebziger Jahren zum Beispiel oft über 2000 Mark, während die Zechenwohnung keine 200 Miete kostete. Und die im Schatten der Förderund Kühltürme fußläufig zum Arbeitsplatz gelegenen Arbeitersiedlungen waren nicht nur günstig, sondern ermöglichten den autoverstrahlten Kumpels auch eine Unabhängigkeit, vom unter Umständen kaputt-getunten oder -gefahrenen Untersatz. Viel Geld auf der Kante und ein Auto vor der Tür, was auch mal ruhig mehrere Tage auf Böcken stehen kann - das ideale Biotop für Tuner und Teileverkäufer wie Theo Decker oder Dieter Mantzel, die die Arbeiterklasse zum Mercedes-Jagen auf die linke Spur brachten…

Ruhrpott-Tuner
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