Firmenjubiläum

Herzrasen seit 1910: Alfa Romeo wird 110 Jahre alt

Italienische Delikatessen

Wie bei Opel oder Sunbeam-Talbot darf der Franzose Alexandre Darracq auch bei Alfa Romeo als Geburtshelfer gelten. Mit seiner 1906 in Neapel gegründeten Firma S.I.A.D. (Società Anonima Automobili Darracq) zieht er noch im selben Jahr nach Mailand um und errichtet am Stadtrand auf einer 35.000 Quadratmeter großen Wiese an der Via del Portello eine neue Autofabrik. Darracq ist zu jener Zeit einer der ersten internationalen Automobilproduzenten, der lukrative Lizenzen nach England, Italien und Deutschland vergibt. Doch die Mailänder Offensive des Franzosen scheitert am Nationalstolz der Italiener, die preiswerte Automobile lieber bei Fiat kaufen. A.L.F.A. ist eine Auffanggesellschaft, die Darracqs Fabrik zum Discountpreis übernimmt. Die Firma, die am 24. Juni 1910 ins Mailänder Handelsregister eingetragen wird, heißt eigentlich Società Anonima Lombarda Fabbrica Automobili.

In Anlehnung an den griechischen Buchstaben Alpha – und weil es einfach besser klingt als SALFA – einigen sich die Finanziers des Projekts auf die Abkürzung A.L.F.A., was in etwa mit Lombardische Automobil Gesellschaft übersetzt werden kann. Die Kaufleute, die bei der Mailänder Bauernbank für die Kredite bürgen, wissen, dass das neue Unternehmen gegen die etablierte Firma Fiat keine Chance hat. Also sucht sich A.L.F.A. eine Nische oberhalb der braven Gebrauchsautos, die in Turin entstehen – der Delikatessenladen wird aus der Not geboren.

Wer Alfa sagt, meint zu allererst Motoren. So gesehen schlägt das wilde Herz eines Alfa immer im Verborgenen. Kein Wunder, dass sich die Faszination dieser wohl emotionalsten Automarke nur denen erschließt, die genau hinhören.

Chefredakteur Peter Steinfurth in OLDTIMER MARKT 1/2010

Als die Firma fünf Jahre nach ihrer Gründung vor der Pleite steht, kommt mit Nicola Romeo jener Unternehmer dazu, dessen Nachname den zweiten Teil des heute gebräuchlichen Markennamens ausmacht. Dessen nach ihm benannte Firma Nicola Romeo & Co. hat gerade einen lukrativen Rüstungsauftrag übernommen und soll täglich 1000 Granaten für die italienische Artillerie produzieren. Dafür fehlen dem kleinen Betrieb allerdings die Kapazitäten, und so reift der Entschluss, die malade Autofabrik A.L.F.A. zu übernehmen. Im gegenseitigen Einvernehmen und unter der Führung der Banca Italiana di Sconto wird A.L.F.A. am 2. Dezember 1915 liquidiert und dem Unternehmen Romeos zugeschlagen.
Es vergingen weitere fünf Jahre, bis der Name Romeo auch am Kühlergrill der Automobile auftauchte.

Herzrasen: Meisterhafte Motoren

Es ist das Cuore Sportivo, das sportliche Herz, das einen Alfa Romeo ausmacht. Wer Alfa sagt, meint zu allererst Motoren. So gesehen schlägt das wilde Herz eines Alfa immer im Verborgenen. Kein Wunder, dass sich die Faszination dieser wohl emotionalsten Automarke nur denen erschließt, die genau hinhören. Ein Alfa-Motor ist nicht bloß eine schnöde Kraftquelle, kein notwendiges Übel alltäglicher Fortbewegung. Ein Alfa-Motor ist Kunst. Touring, Bertone, Pininfarina, Zagato – sie alle lieferten stets nur den schönen Rahmen. In die Hall of Fame des Automobilbaus gehören die Alfa-Konstrukteure wegen der Leidenschaft, mit der sie selbst alltägliche Autos motorisierten.

Folgen Sie uns in unserer Galerie zum 110. Geburtstag der Marke auf einen Streifzug durch die Alfa-Romeo-Geschichte! Klicken Sie sich durch!