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Chevrolet steht Kopf

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Wo ist das Einsparpotenzial?

1970 stellte Chevrolet einen neuen Kleinwagen mit dem Namen Vega vor. Mit kompakten Außenmaßen und einem Vierzylindermotor aus Aluminium mit obenliegender Nockenwelle sollte der auf dem Us-Markt im Revier von Ford Pinto und AMC Gremlin wildern. Da die Gewinnmargen im Sektor der Kompaktwagen naturgemäß nicht gerade üppig ausfallen suchte man bei General Motors nach jedem Penny Einsparpotenzial - und fand ihn unter anderem im Transport der Neufahrzeuge. Die wurden nämlich per Bahn vom Produktionsort zu den Verteilzentren gebracht und pro Waggon passten 18 Vega auf die drei Ladeebenen.

Inhaltsbild Warum nicht hochkant?

Bei GM kam man nun auf die Idee, dass man auf der gleichen Grundfläche sogar 30 Autos transportieren könnte, wenn man diese hochkant lagert! So verwegen der Plan anfangs auch klang, die Ingenieure machten sich umgehend an die Lösung der daraus resultierenden Probleme, denn immerhin durfte keine der Betriebsflüssigkeiten beim "Vert-A-Pac" genannten Transportsystem auslaufen. Die Batterie hatte deswegen hintenliegende Einfüllöffnungen, die Ölwanne wies spezielle Schwallbleche auf und der Wischwasserbehälter war im 45-Grad-Winkel angebracht. In den speziell konstruierten geschlossenen Waggons waren die Autos auf klappbaren Rampen verankert, die per Gabelstabler hochgeklappt wurden.

Inhaltsbild Zu viel gespart…

Auch wenn sich der Vega bis zu seinem Produktionsende 1977 rund zwei Millionen mal verkaufte und anfangs auch begeistert aufgenommen wurde, so war er doch kein rechter Erfolg. Schon früh nervten viele kleinere und größere Probleme die Kunden. Zwei große Rückrufaktionen wegen sicherheitsrelevanter Missstände beschädigten den Ruf des kompakten Chevys dann vollends. Vielleicht hatte man bei GM doch etwas zu viel Einsparpotenzial gefunden…