eigentlich ist Holger zu Größerem berufen. Er beschäftigt sich bevorzugt mit japanischen Motorrädern der Siebziger und Achtziger, und die dürfen auch gerne mal mit einem 1000-Kubik-Motor bestückt sein. Irgendwas zum dran rumschrauben braucht er immer, zur Entspannung und als Zeitvertreib. Und so hat es neulich etwas für seine Verhältnisse eher Exotisches in seine Werkstatt verschlagen: ein hübsches Bauer-Moped von 1954, das wir in OLDTIMER PRAXIS 10/26 vorstellen, gedacht als kleine Fingerübung für zwischendurch. Die Bauer gehörte einem Kumpel. Sie war nicht teuer und der Restaurierungsaufwand überschaubar. Also ging’s los, und heute entdeckt Holger den Reiz der Entschleunigung.
Sie kennen das mit dem Appetit? Richtig, der kommt oft genug beim Essen. Seit mir vor etlichen Jahren eine Eiertank-Kreidler über den Weg gelaufen ist, eine Super 5, schaue ich jeder alten Fuffziger hinterher. Und wenn ich in der gleichen PRAXIS in einem Beitrag der Seziert-Rubrik vom Viertakt-Motörchen der CB50 lese, dann komme ich auf komische Ideen für die Wintermonate im Schrauberkeller. Da passt so ein Kleinkraftrad nämlich prima rein. Wenn es nicht gerade eine Zündapp KS 50 wc, eine Ultra oder ein Florett RS sein muss, sind die Investitionen überschaubar. Eine fahrbereite Quickly gibt es oft günstiger als ein gebrauchtes E-Bike.
Eine Quickly hat mich mehr als einmal in den Verlag getragen, und die Kreidler auch schon von Flensburg nach Freilassing gebracht. Mit großem Vergnügen und ganz problemlos! Die Winterabende sind lang, und in der Werkstatt ist’s gemütlich. Es müssen nicht immer die ganz großen Projekte sein – und auch nicht immer eine Vollrestaurierung. Vielleicht nur eine Fingerübung für zwischendurch…
- Lars Rosenbrock