French Connection

 

Französische Ursprünge bei Opel

Steht die Akquise von Opel Vauxhall durch die PSA-Gruppe bevor? Es wäre nicht das erste Mal, dass ein entscheidender Impuls für Opel aus Frankreich käme: So holte sich der spätere Firmengründer Adam Opel in den 1850er Jahren auf der Walz erste Inspirationen in französischen Nähmaschinenfabriken, bevor er ab 1862 seine erste eigene Nähmaschine baute. Auch als das Unternehmen nach der Fahrradproduktion ins Automobilgeschäft einsteigen wollte, holte man sich Know-how aus Frankreich. Nachdem sich das „System Lutzmann“ der ersten Opel-Motorwagen nicht mehr weiterentwickeln ließ, übernahmen die Rüsselsheimer 1902 die Lizenzfertigung der damals bekannten französischen Marke Darracq aus dem Pariser Vorort Suresnes. Sie diente den Rüsselsheimern als Grundlage für eigene Konstruktionen – und begründete den Erfolg der Marke. 

Auf Umwegen zurück zum Ursprung

Interessanterweise hatte Opel vor der Kooperation mit Darracq kurzzeitig zunächst Renault aus Frankreich importiert, ließ das aber bald darauf bleiben. Der abgebildete Opel-Darracq 9 PS Tonneau von 1902 ist einer von mehreren angebotenen Opel-Darracq-Typen. Parallel baute Opel in Rüsselsheim auch eigene Fahrzeuge unter dem Namen Opel, die jedoch konstruktiv weitgehend auf den Importfahrzeugen beruhten. 1907 endete die Zusammenarbeit beider Unternehmen. Wie auch immer, Darracq ging später im STD-Konzern auf („Sunbeam-Talbot-Darracq“), der 1935 von der Rootes-Gruppe aufgekauft wurde. Der französische Ableger Talbot Lago fiel Ende 1958 an Simca. Simca wiederum wurde von Chrysler übernommen. Auf der britischen Seite des Ärmelkanals übernahm der US-Hersteller auch Sunbeam und die anderen Rootes-Marken. Diese europäischen Chrysler-Werke gingen dann 1978 an den Peugeot-Citroën-Konzern PSA, der die alte Marke Talbot neu belebte, bis dieser Zweig 1986 eingestellt wurde. Wenn die seit 1929 zu General Motors gehörende Marke Opel gemeinsam mit Vauxhall (seit 1925 bei GM) von Peugeot aufgekauft werden würde, würde sich also der Kreis einer gemeinsamen 115-jährigen Vergangenheit auf reichlich verschnörkelten Wegen schließen. Nebenbei: Die gleichen Darracq-Wurzeln hat übrigens auch Alfa Romeo.