Der große Unbekannte

Hätten Sie es gewusst?

Klar, Coupés ohne sichtbare B-Säule kennt man. Aber eine zweitürige Limousine, die auf den stabilisierenden Pfosten verzichtet und so bei heruntergekurbelten Seitenscheiben eine riesige Öffnung feilbietet? Ein kleiner Tipp: Der Wagen stammt aus europäischer Großserienfertigung und wurde nicht von irgendeinem Edel-Karossier in lediglich homöopathischen Stückzahlen produziert. Nein, es macht noch immer nicht Klick?

Die Lösung: Škoda 1000 MBX

Kein Wunder, denn der Škoda 1000 MBX ist im Westen Europas nur wenigen Eingeweihten ein Begriff. Der MBX wurde erstmals bei der Eröffnung der Automobilmesse in Genf am 10. März 1966 der Öffentlichkeit vorgestellt. ein Detail begeisterte die Messebesucher jedoch besonders: Mit den breiten Seitenfenstern hinterließ der Zweitürer den Eindruck, als würde er keine Mittelsäulen haben. Diese endeten in der Tat schon unter der Fensterlinie. Dadurch konnten die Insassen einen exzellenten Ausblick und den außergewöhnlich luftigen und geräumigen Innenraum genießen.

Die unbekannte Zweitürervariante des 1000 MB

Technisch basierte der MBX auf der bekannten Škoda 1000 MB Limousine mit Heckmotor. So kam ebenfalls der gleiche 988-Kubik-Vierzylinder mit 52 PS zum Einsatz. Genug, um das 815 Kilogramm leichte Auto auf 127 km/h zu beschleunigen. Die gegenüber der normalen Limousine zeitintensive Montage des Škoda 1000 MBX mit einem hohen Anteil an Handarbeit lief im Oktober 1966 in einem separaten Betriebsteil des Werkes Mladá Boleslav an, um die Hauptproduktionslinie nicht zu verlangsamen.

Mehr Hubraum, gleiche Leistung

Bereits im November 1967 wurde das Angebot der Marke um die etwas stärkere Ausführung 1100 MBX De Luxe erweitert. Die Leistung blieb zwar trotz erhöhtem Hubraum gleich, doch der Zuwachs an Drehmoment kam der Fahrbarkeit deutlich zugute. Bis zum Produktionsende im Jahr 1969 liefen gerade einmal 2.517 MBX (beiden Varianten) vom Band – und von denen haben es nur die wenigsten ins Gedächtnis der hiesigen Automobilliebhaber geschafft. Schade eigentlich, der Škoda MBX hätte mehr Aufmerksamkeit verdient…