90 Jahre Citroën in Deutschland

 

90 Jahre Citroën in Deutschland

Citroën startete vor 90 Jahren seinen Vertrieb in Deutschland, nachdem unter der Kölner Handelsregisternummer 6379 vom 15. Februar 1927 die "Citroën-Automobil Aktiengesellschaft“ gegründet wurde. Der französische Automobilhersteller hatte ab 1919 in Europa die Fließbandproduktion eingeführt und wurde damit innerhalb von sechs Jahren größter europäischer Fahrzeugproduzent. Seinen Namen machte Citroën auch durch Werbeaktionen bekannt. War es in Frankreich der aus Glühbirnen gebildete Namenszug am Eiffelturm, warb die deutsche „Citroën-Automobil Aktiengesellschaft“ gleich nach Gründung mit unübersehbaren Logos auf einem Kölner Wahrzeichen, der Hohenzollernbrücke. Außerdem fuhren mehrere Werbeflotten der neuesten Citroën Modelle durch ganz Deutschland.

Der Poller

Citroën fertigte im ersten deutschen Montagewerk in Köln-Poll ab April 1927 mit bis zu 500 Mitarbeitern den Citroën B14. Nach seinem Produktionsort wurde er liebevoll „Der Poller“ genannt. Zugleich legte die Kölner Importzentrale das Fundament für die weitere Entwicklung auf dem deutschen Markt. Zwar wurden schon vor 1927 verschiedene Citroën Typen in Deutschland vertrieben, aber mit dem nun eigenen Werk ließen sich Handelshindernisse wie hohe Zölle vermeiden. Der anfängliche Werbeslogan „Der Deutsche Citroën“ durfte allerdings nach einem Gerichtsurteil nicht mehr verwendet werden. Da die in Poll produzierten Autos wenig später dennoch vollständig aus in Deutschland hergestellten Teilen bestanden – Zulieferer waren unter anderem Krupp, Bosch und Continental – warb Citroën im Jahr 1933 mit dem Slogan „alle Teile deutsch, deutsche Lieferanten“.

 

Das Produktionsende in Poll

Auch der Traction Avant mit namensgebendem Frontantrieb, selbsttragender Karosserie, vorderer Einzelradaufhängung und Hydraulikbremsen, wurde in Köln gebaut. André Citroën besuchte 1934 noch einmal den deutschen Produktionsstandort anlässlich des Fertigungsanlaufs des Typs 7 (Traction Avant) mit 1,5-Liter-Vierzylinder. Rund 2000 Einheiten dieses Typs wurden bis Dezember 1935 in Deutschland gebaut, dann musste das Kölner Werk schließen. Die Produktionsbedingungen für ausländische Unternehmen im nationalsozialistischen Deutschland hatten sich immer mehr erschwert, sodass nach insgesamt etwa 20.000 Fahrzeugen der Typen B14, C4, C6, Rosalie und Traction Avant sowie verschiedener Nutzfahrzeugmodelle die Bänder stoppten. Allerdings wurde 1936 unter dem Namen "Poller Citroën Dienst AG" ein Reparatur- und Teilebetrieb aufgenommen, der bis 1940 mit rund einem Viertel der einstigen Belegschaft arbeitete. Fünf Jahre nach Kriegsende begann Citroën dann wieder von Köln aus Autos auf dem Deutschen Markt zu vertreiben. Dazu wurde im linksrheinischen Köln-Sülz am 7. Juni 1950 die "Citroën Automobil AG, Verkaufsgesellschaft für Deutschland" gegründet. 1959 zog Citroën Deutschland in den Kölner Stadtteil Porz-Westhoven um und baute sein Handelsnetz weiter aus.

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